Starke Texte

 

 

 

Warum diese 10 Menü-Unterpunkte?

Ich halte sie alle für glücksrelevant.

Kommen sie nicht im Leben eines jeden vor?

Ich versuche das zu begründen – komprimiert, prägnant:

 

 

 

 

1 Lebenskonzept

Lebenskunst und Glück!

Jeder will es – jeder! Das einzige, was alle Menschen gemeinsam haben.

Glück ist die zentrale Absicht des seelischen Apparates (S. Freud).

Die Frage nach dem rechten, glücklichen Leben ist die einzige,

die das Denken wirklich lohnt (R. Musil).

Die Antworten fallen jedoch recht unterschiedlich aus – total unterschiedlich!

Das Thema ist komplex, subjektiv, alters- und kulturabhängig.

Es entzieht sich einer klaren Antwort. Dies ist kein hinreichender Grund,

 nicht eine Annäherung an diese Glücks-Sehnsucht zu versuchen.

 

 

 

2 Glaube und Zweifel

Die Frage nach dem letzten Grund gilt als größte Frage der Geistesgeschichte,

wegen der auch reichlich viel Blut floss und fließt.

Die Relevanz ist evident: Glückseligkeit, der i-Punkt des Glücks.

Mit dem Gang zum Brunnen sind wir nicht zufrieden – wir wollen die Quelle.

Was überhaupt ist Geist? Was ist Seele?

Hat sich irgendwer oder irgendetwas den Kosmos ausgedacht?

Und wozu, was wäre das Motiv? Dem Tierreich entsprungen, mit dem

Wagnis der Bewusstheit ausgestattet, schaut der Mensch sich heimlich

und scheu nach einem Ja des Sein-Dürfens um (M. Buber).

Durch die evolutiv entstandene Bewusstheit und Denkfähigkeit stellt sich

die Frage automatisch: Homo quaerens cur. Der Mensch ist ein Warum-Frager.

 

 

 

3 Gut und Böse

Sollten wir wirklich versuchen, ein guter Mensch zu werden?

Das Aufgeben der „spontanen Selbstbevorzugung“ kann ja so lästig sein.

Eigenartig diese Asymmetrie: Wie froh ist unser Herz,

wenn uns jemand uneigennützig Gutes tut.

 

 

4 Persönlichkeitsentwicklung

Eine der grundsätzlichsten Strukturdominanten der conditio humana:

Entwicklung!

Mensch sein heißt Mensch werden. Ab 40 sollten wir nicht mehr so oft

auf uns selbst hereinfallen. Das Leben ist der Haupt-Lehrmeister:

Jeder entwickelt sich automatisch emotional, sozial, kognitiv,

kompetenzmäßig, moralisch und spirituell.

Die Frage ist wie willig wir Lektionen annehmen.

Jeder erlebt was, aber einige merken es nicht.

Ist es nicht ein spannender Ansatz,

die eigene Persönlichkeit als etwas Sich-Entwickelndes zu verstehen und

sich in fröhlich-zuversichtlichem Anfängergeist immer weiter emporzuirren?

 

 

 

 

5 Eros

Na wenn das nicht jeden im Leben betrifft! Ein weites unübersichtliches Feld:

Chaotisch, verwirrend, mitreißend, intensiv, frustrierend,

leidenschaftlich und Leid schaffend. Das unordentliche Gefühl der Liebe

fährt auf zwei Schienen: Sexualität und Bindung

und bildet ein brisantes oft instabiles Gemisch.

Das Einmaleins gelingender Partnerschaft ist ziemlich unbekannt:

Man lernt viel von den Eltern und denen stecken die Weltkriege

und das autoritäre Patriarchat noch in den Knochen.

Sodann ist die Unkenntnis psychologischen Wissens erstaunlich bis erschütternd.

 

 

 

 

6 Alter

Allein schon über die Dauer ist das Altern lebensrelevant:

Dreimal so lang wie Pubertät und Adoleszenz. Gesundheit ist das

Schweigen des Körpers, ab 50 spricht er und ab 70 wird er geschwätzig.

Loslassen, „Entwerden“ – welch verfluchte narzisstische Kränkung!

Platz machen für weiteres Leben? Williges und bewusstes Altern

fordert heraus – weltanschaulich. Es ist nichts für Feiglinge (J. Fuchsberger).

 

 

 

7 Thanatos (Tod)

Der Tod, dieser elende Spielverderber! Sterben wir ins Nichts?

Sind wir ein Ex und Hopp-Organismus, Biomasse,

die irgendwann nur noch Wurmnahrung ist?

Das Einverständnis mit dem Tod ist der Schlüssel zur Heiterkeit (K. Kraus).

Aber wie lässt sich das umsetzen? Das Thema hängt natürlich mit dem

Thema Glaube und Zweifel zusammen:

Wenn unsere Seele post mortem weiter existieren sollte,

soll sie etwa allein im Jenseits herumhängen?

 

 

 

8 und 9 sind Höhenflug und Absturz, Himmel und Erde:

8 Mystik

Die religiöse Vollerfahrung ist sehr selten, aber wird in sämtlichen

Epochen und Kulturen überliefert. Natürlich gibt es hin und wieder Spinner,

aber im Großen und Ganzen ist das Phänomen für die Betroffenen

von umhauender Evidenz, dass Irrtum völlig ausgeschlossen erscheint.

Dem „Vielleicht-ist-es-wahr“ kann sich niemand entziehen.

Mystik ist das brisanteste Phänomen der Spiritualität.

 

 

 

9 Unglück

Nicht der übliche tägliche Ärger, sondern das große Unglück.

Leid ist das schnellste Pferd zu Gott, aber wir ziehen den Esel vor!

Jeder darf vor dem großen Leid fliehen, aber wir sollten uns

nicht wundern, wenn das nicht lebenslänglich klappt.

Wir werden alle mal zu Hiob.

Wie kann man so etwas überstehen, ohne zu zerbrechen?

 

 

 

10 Überlebenskunst

Umwelt gibt es nicht - nur Mitwelt: Wir essen, trinken und atmen sie.

Unser Interesse an der Zukunft ist vordergründig: Wir wollen sie erleben.

Der Verzicht, der liegt uns nicht. Ist er denn unverzichtbar?

Es wird höchste Zeit, dass wir das herausfinden!

Keep the coal in the hole oder ist die Gier größer als die Vernunft?

Hören wir doch mehr auf die Wissenschaft,

denn Politiker können weder Physik noch Mathe.

Liebe Umwelt-Wissenschaftler, vermehrt euch und strengt euch noch mehr an,

bis man endlich auf euch hört.

Die Zögerlichen brauchen nur genug Katastrophen.

Wir wollen eine heile Welt, die noch eine Weile hält.

 

 

 

 

Die sog. „starken Texte“ sollen eher Herz als Großhirn treffen.

Sie werden später in den Menü-Unterpunkten eingepflegt.

Ich su, sa, so (suche, sammele, sortiere) noch.